Kreatives Schaffen verbindet

Die Nähwerkstatt im Infozentrum

Seit fast zweieinhalb Jahren gibt es sie, die Nähwerkstatt im Infozentrum. Jeden Freitagvormittag treffen sich Nähbegeisterte – vorwiegend aus dem Stadtteil -, um Kleidung auszubessern und zu ändern oder Neues anzufertigen. Barbara Holstein-Brandin und Uschi Eger, die beiden Leiterinnen, haben inzwischen Unterstützung von Ruth Rauh bekommen.

An manchen Tagen wird es richtig eng im Infozentrum, wenn alle Nähmaschinen aufgebaut sind und die fleißigen Schneiderlein bügeln, zuschneiden und nähen. Bewohnerinnen des Stadtteils sind dabei, Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund. Deutsche, türkische und arabische Sätze schwirren durch den Raum und es wird viel gelacht. Fast immer bringt auch jemand kleine Leckerbissen mit und es werden Rezepte ausgetauscht.

Nähanfänger können unter besonderer Anleitung einfache Näharbeiten wie zum Beispiel Kissenbezüge, Stoffbeutel oder Tischsets anfertigen. Fortgeschrittene nähen auch anspruchsvollere Stücke wie Hosen, Kleider und Röcke. Gegenseitige Tipps und Vorschläge bei der Stoffauswahl und Gestaltung der Näharbeiten werden gerne angenommen und alle freuen sich über gelungene Produkte.

Die Stoffe und Nähzutaten stammen größtenteils aus Spenden. Ab und zu werden die entstandenen Werke auf Basaren verkauft, von dem Erlös kann dann wieder Verbrauchs-material wie Faden, Nähmaschinennadeln oder Füllwatte angeschafft werden.
Die Nähwerkstatt verfügt mittlerweile über vier neue und einige gebrauchte Nähmaschinen. Da die Teilnehmerzahl seit dem Beginn im August 2015 gestiegen ist, sind weitere Spenden sehr willkommen.

Ein ganz besonderes Projekt hat die Nähwerkstatt in den letzten Wochen beschäftigt. Für die Kinder- und Jugendliteraturtage der Stadtbücherei wurden Schlüsselanhänger und Maskottchen genäht – der kleine Lesedrache wird also auch in textiler Form in der Stadt auftauchen.

In fröhlicher, entspannter Atmosphäre wird der kulturelle Austausch gepflegt, mit Vorurteilen aufgeräumt („Nähen ist Frauensache“ – es gibt nämlich auch zwei männliche Teilnehmer!) und Integration gelebt. Ein wirklich gelungenes Projekt!

Text: Barbara Hostein-Brandin